An ÖBB Train Named Desire.
2. November 2005, 20:16.Heute offline gebloggt, sozusagen. In Wagen 309, Platz 066, Gegenfahrtrichtung. Auf die Rückseite der Überweisungsbestätigung für den Studienbeitrag schreibend. Anyway:
Beim Bahnfahren in feuchtkalt vorbeiziehender Dämmerung überlagert sich, wenn man das Glück eines Fensterplatzes hatte, ungefähr eine Stunde lang das bunte Spiegelbild des Abteils mit der fast dunklen, flachen Landschaft des monarchienostalgischen Lands der Berge.
Ein verloren wirkender Smart auf einer Landstraße durchfährt das linke Auge des langhaarigen Frederick-Forsyth-Lesers mir gegenüber. Das zappelige blonde Mädchen ignoriert die mütterlichen beschäftigungstherapeutischen Himmel-und-Hölle-Spielversuche, greift durch die enge Abteilluft Richtung Türgriff und bekommt das freundlichorange erleuchtete Fenster eines Hochhauses zu fassen, während Chris Martin in meine Ohren singt that he’ll race in to find me. Ein XXXLutz zieht vorbei und I will try to fix you.
Dann ein Tunnel, oder Nacht? Das ist ein grundlegender Unterschied, in dem irgendwo diese aufgeblähte Idee namens Freiheit steckt, aber für den Reisenden ist es das selbe, er lebt sein persönliches Höhlengleichnis, ohne es zu wissen, und there’s beauty in the breakdown und ich interpretiere wie üblich überall zuviel hinein. Nach der Röhre werden wieder Bahnhöfe durchbohrt, Bahnhöfe mit zu vielen Schildern für so unwichtige (wenn auch manchmal wohlklingende) Namen wie Steindorf bei Straßwalchen, Bahnhöfe, die es trotz unmittelbarer Nähe zu einem riesigen Interspar nicht wert sind, dass ein Zug mit dem hochtrabenden Namen Transalpin für sie seine Bremsen quält.
Mit der Zeit immer weniger Draußenheit, ich hab Millionen Legionen hinter mir, nur noch vereinzelt ein aufblitzendes Licht, wahrscheinlich Straßenlaternen und it’s good to be in love.
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<< Einem Junkie heimlich beim Fixen zugesehen. Invest in Polka dots!! Fucker!!! >>
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